Labor2b

Kuddel@Labor2b

 

Wie kam es eigentlich zum Namen „Kuddel“ und „Labor2b“, und was hat das ominöse Schild zu bedeuten.

 

Fangen wir ganz am Anfang an: Vor sehr langer Zeit war ich  und bin noch immer) in einem sehr technischen Forum namens „Fingers-welt.de“ unterweges. Damals gab es weder eine DSGVO noch sonstige Behörden- und Abmahnwillkür. Also konne man sich in dem Formum einen Namen frei aussuchen. Jeden Tag neu. Keine Anmeldemaske, gar nix. Heute unvorstellbar. Machte man damals in den meisten Foren so. Manche nutzen jeden Tag den gleichen Namen, ich oft einen anderen, der mir geadde einfiel. Ich nannte mich dann immer so, wie es mir gerade einfiel: „Jens“, „Andreas“, „Reiner“, „Manfred“ oder Kuddel. Manchmal nutze ich einen Namen öfters. War keine Paranomia, sondern damlas wirklich normal. Irgendwann nutze ich Kuddel schon zwei- dreimal, als ich den Betreiber des Forums persönlich kennenlernte und mich mit ihm anfreundete. Daher blieb ich bei dem Namen „Kuddel“, der wiedererkennung wegen. Irgendwann danach kamen die ertsen Vorschriften, und eine Anmeldemaske. So war ich also fest an diesem Namen gebunden.

Inzwischen ist aus dem Forum eine große Gemiende geworden. Wir treffen uns regelmäßig um zu quatschen und zu Frickeln. Und durch das Forum, werde ich dort auch „Kuddel“ genannt. Als ich mal jemanden aus der Gruppe anrief und mich mit meinem echten Namen meldete, wollte er schon auflegen. Er kannte meinen Realnamen gar nicht, obwohl wir uns wirklich regelmäßig sehen.

Irgendwann waren wir bei einer Hundeschule. Gemeinsam mit vielen Hunden. Einer der Hunde heißt Kuddel, ist unartig, und wurde daher häufig gerufen. Und ich fühlte mich jedes mal angesprochen.

 

Als Technikbegeisterter habe ich natürlich eine gut ausgestattete Werkstatt. Und wenn man sehr technikaffin ist, hat man zusätzlich ein Büro, oder ein Labor. Als wir dann unser Carport mit Spitzdach bauten, bekamen wir mit dem Spitzdach eine hübsche große freie Fläche mit hübscher Aussicht. Überschwenglich reklamierte ich es sofort für mich, und behauptete Stolz: Das ist Labor 2! Wenn Feunde kamen und unser neues Carport begutachteten, so zeigte ich dann auch immer Stolz „Labor 2“.

 

Noch etwas später meldete ich mich bei Twitter an. Braucht man ja auch einen Namen für. Blöderweise war „Labor2“ belegt. Also nannte ich mich vorab in „Labor2b“ um, in der Hoffnung, dass der Inhaber von „Labor2“ irgenwann sich bei Twitter abmeldete. Leider hoffnungslos, es gibt ihn heute noch. Inzwischen fand ich die Plattform „Twich“ auch ganz gut. Auch hier meldtete ich mich mit „Labor2b“ an, war ja eh´inzwischen zu spät. Auf Twich kann man online Livevideos zeigen oder angucken. Wenn man jemanden zuguckt, kann man den kanal auch abonnieren, oder Faven, Liken oder wasauchimmer. Derjenige, der das Video aufnimmt, sieht es dann, dass er geliket wird. Oder gefollowed oder wasauchimmer. Einmal waren zwei Typen mit dem Auto in Ostfriesland unterwegs und hatten dabei die Kamera an. War irgendwie lustig ->LIKE! Der eine Typ sah dass dann, und bedanke sich bei mir wie Folgt: „Vielen Dank an Labor2b“. Allerdings sagte er nicht „Lahbohr zwei Bee“, sondern „Läjbor to bee“, die englische Aussprache dazu. Darüber hatten wir sehr gelacht, war es doch falsch. Und was heißt das eigentlich „Läjbor to bee“? Arbeite zu Leben? Eigentlich gut! Ich lebe nicht um zu arbeiten, sondern ich arbeite um zu leben“. Hat auch was mit „Beruf kommt von Berufung“ zu tun, und unsere Arbeit bestimmt ja auch unser Leben. Ja, wir identifizieren uns zumeist auch mit unserer Arbeit! Endlich hat „Labor2b“ einen Sinn! Ja sogar zwei, weil der deutsche  Begriff ja immer noch gültig ist. Fehlt nur noch das Türschild. Und das ich endlich Zeit finde, den Spitzboden auszubauen.

 

Meine ganzen Projekte waren soweit fertig. Nur noch eines, und dann kann ich endlich den Spitzboden, also „Labor2b“ ausbauen. Aber es kam etwas dazwischen:

 

Vorab muss man sagen, dass wir in einem alten Resthof wohnen. Als wir knapp unter 30 waren, haben wir unseren Traum verwirklicht: einen alten Resthof zu restaurieren und zu beziehen. Wir waren lange auf der Suche nach einem altem Hof oder Industrieruine.

 

Als wir nach einigen Jahren gefragt wurden, ob wir das noch mal machen würden, da gab es zwei Antworten. Die eine: wir haben es nie bereut. Die andere: nochmal (also in der Zukunft) würden wir es nicht machen. Warum auch. Wir habe ja schon so was.

 

An einem Tage stand an der Straße ein Unimog. Zu verkaufen. Wir haben durch unsere Landwirtschaft häufig Bedarf für kleine Transporte. Kann man sich ja mal angucken. Das Ding sah ganz nett aus. Er stand auf einer Weide, die zu einem Resthof gehört. Auch zu verkaufen. Zu einem günstigen Preis. Hm. Man könnte ja… Wir brauchen wegen unserer Landwirtschaft nämlich eh noch etwas Land. Und auch einen Unterstand, weil bei uns inzwischen Zelte für Geräte stehen, und trotzdem noch einige Geräte im Regen vergammeln.

 

Zu Hause angekommen erzählt ich meiner Frau davon. Anstatt dass sie mir die Idee rechts und links um die Ohren haut, fragte sie nach Details.

Wir haben die Idee natürlich gleich wieder verworfen. Was für’n Blödsinn. Noch so ein Projekt. Tüddelkram.

 

Abend haben wir Freunde besucht. Im Laufe des Abends kam der Hof zur Sprache. Wir waren uns alle einig, dass es irgendwie seltsam wäre. Aber…

Es war ein großes Aber. Man kann ja mal beim Verkäufer anrufen. Nur so. Am Tag drauf habe ich den Verkäufer angerufen. Der Hof war schon vergeben. Nach dem Unimog haben wir nicht weiter gefragt. Wir waren zu traurig.

Ein paar Wochen kamen uns andere Freunde besuchen. Sie suchen ein Haus, und hätten sich gerade DAS Haus angesehen… Es war doch nicht verkauft, der Käufer ist abgesprungen. Wir haben uns dann zusammen das Haus angesehen. Sie waren entsetzt über den Zustand. Wir hingegen begeistert. Es ist im besseren Zustand als unser Hof damals.

 

Wir haben den Verkäufer erneut angerufen und das Haus mit allem drum und dran gekauft.

 

Nun sollte das neugekaufte ja nur als Unterstand dienen. Und die Scheune hat vorne eine häßliche Stelle. Dort war mal die Mauer eingebrochen und vom Vorbesitzer häßlich wieder zusammengebaut. Flugs kam die Idee, dort ein lustiges Schild hinzustezen. Kostet ja nicht viel. Also ran an den Editor, und irgendwas zusammengeschustert. Da wir mit Freuden viel über eine mögliche Nutzung rumgeflaxt haben, kam das Wort „Veranstalungshalle“ mit dazu. Und so zierte eine Weile dieses Schild das neue Labor2b.

 

Und wie es weitergeht? Wir werden sehen.